
Olaf Sabatschus talks
- Ironman Hawaii 2002
Olaf Sabatschus wurde Fünfter beim Powerman in Zofingen. Nur wenige
Wochen später startete der 31jährige beim Ironman Hawaii und
lief als 10ter über die Ziellinie. Keine Frage trotz des harten Duathlonswettkampf
in der Vorbereitung und einem nicht optimalen Rennverlauf gelang Olaf
Sabatschus ein beachtenswertes Ergebnis auf Big Island. Für 3athlon
schildert der dreifache Top10 Finisher seine Erlebnisse vom Powerman bis
hin zum Ironman Hawaii.
Von Zofingen bis Hawaii
Meine Vorbereitung auf das diesjährige Powerman Saisonfinale
in Zofingen verlief prima. Ich habe mich wieder nach meinen bewährten
Prinzipien (siehe
Bericht von letztem Jahr auf 3athlon) vorbereitet: Kraftausdauer auf
dem Rad und Hügelläufe haben die Wettkampfbelastung im Vorfeld
bestens simuliert.
Hart und Unrhythmisch
Das Rennen verlief zunächst nach den klassischen Zofingen-Regeln:
erster Lauf als Favoritensammeln, hart aber noch nicht zuuuuu schnell.
Ich kann zusammen mit Chris McCormack, Olivier Bernhard und Stefan Riesen
wechseln und bis zum Bodenberg tut sich pro Runde nicht viel, außer
das Mc Cormack es allein versucht, was ihm zwar die Führung bis in
die dritte Runde hinein einbringt, dann aber auch das vorzeitige Aus.
Stefan Riesen erweist sich als der Stärkste auf dem Rad und alle
anderen haben jeweils am Bodenberg Schwierigkeiten. Dadurch wird das Radeln
sehr unrhythmisch und hart, beim 3. Antritt von Stefan an der heftigsten
Steigung der Radstrecke müssen alle anderen Mitfavoriten abreißen
lassen und Stefan fährt noch eine 3 Minuten Führung auf mich,
Bernhard und den späteren 4. und 6. des Gesamtklassements heraus.
Dahinter ist etwas Luft, so dass das Rennen zwischen diesen Athleten entschieden
wird.
Fünfter in Zofingen - aufsteigende Form für Hawaii
Ich habe anfangs der 2. Laufstrecke so heftigen Energiemangel, das ich
auf den ersten sieben Kilometern gleich 5 Minuten verliere - nicht mehr
aufzuholen, obwohl ich gegen Ende den Rückstand wieder deutlich verringern
kann.
Stefan Riesen bekommt leider Magenprobleme, sonst hätte er die Siegesserie
von Oli Bernhard durchbrechen können- muß sich diesmal aber
noch mit dem 2. Platz abfinden, der ihn dennoch sehr zufrieden stellt.
Der Niederländer Huub Maass wird mit Augenrollen und dem Kommentar
"...diese Laufstrecken sind wirklich soooo hart!" 3. und ich
komme auf dem 5. Platz ein - nicht ganz glücklich mit dem Rennverlauf,
aber durchaus zufrieden mit meiner Radform, die auf dem aufsteigenden
Ast ist - wichtig für Hawaii.
Höhentrainingslager in Texas
Danach standen erst mal 2 Wochen nix tun an, um für mein in el Paso
geplantes Trainingslager für Hawaii fit zu werden. Am 20.10. ging
es los dahin, zu meinen Freunden Francois und MayLise Modave, die ich
beim Ironman Brasilien dieses Jahr kennengelernt hatte. El Paso liegt
auf 1500m Höhe in den Rocky Mountains. Direkt an der Grenze zu Mexiko,
im äußersten Nordwesten von Texas. Es gibt erstaunlich wenig
Verkehr, viel Wind und Sonne und tolle Strecken zum Radeln und Laufen.
Beim Schwimmen im 25y Pool der Uni (dort ist Francois Professor für
theory of computation und ich konnte umsonst rein) habe ich die Höhenlage
am ehesten gespürt und ganz schön nach Luft geschnappt. Bei
den beiden anderen Disziplinen merkt man das aber nicht. Francois ist
Ex-Radler und hat schon einen Profi-Vertrag abgelehnt, dementsprechend
anstrengend waren die 1400 Kilometer, die ich in den 2 Wochen mit ihm
zusammen auf dem Rad absolviert habe. Alles in allem 36er Schnitt - in
der 2. Woche fiel es mir leichter, mit ihm mitzuhalten. Dafür konnte
ich im Laufen (90 Kilometer in der Woche mit 2 langen Läufen über
28km) "locker" machen. Die langen Touren über 160 Kilometer,
davon habe ich insgesamt 5 in den beiden Wochen gemacht, fielen mir immer
leichter - ein gutes Zeichen für den bevorstehenden Ironman in Hawaii.
Hawaii ruft!
Am 6.Oktober bin ich dann auf die Insel der Inseln hinübergeflogen,
um mich so langsam auszuruhen und das Höhentraining umzusetzen. Die
ersten 3 Tage waren noch prima, dann fühlte ich mich platt - so geht
es den meisten nach einem Höhenaufenthalt. Mitte der 2. Woche auf
der Insel wurde es dann besser und ich fühlte mich wieder fit. Am
Renntag war es unheimlich wellig und wie auch schon die Tage zuvor ziemlich
feucht, teilweise regnerisch - so habe ich Hawaii noch nie erlebt!
Startschuß verschlafen - Schwimmen verbessert
Den Schwimmstart habe ich ein bisserl verpasst und konnte meine verbesserte
Schwimmtechnik (durch die Zusammenarbeit mit Annette Gasper und Steve
Tarpinian) nicht 100%ig umsetzen, war jedoch mit meiner 55er Schwimmzeit
und 2 Minuten Rückstand auf Lothar Leder schon durchaus näher
an der Spitze als gewohnt. Das Radeln verlief zunächst sehr gut,
ich hielt mich noch etwas zurück und orientierte mich an Stefan .Holzner,
der gewöhnlich sehr "smart" und erfolgreich fährt.
Rückschlag beim Radfahren
Nach einem Stop and Go mit 3min Zeitstrafe, die ich für einen zu
langen Überholvorgang bekam (ist eine komische Regel, oder?), war
ich erst mal nicht mehr motiviert. Dachte auch schon an aufhören,
denn normalerweise reicht dieser Zeitverlust, um einen guten Endplatz
zu verhindern. Aber irgendwann packte mich eine unheimliche Wut, und ich
konnte die letzen 80km, die ich alleine zurücklegen musste noch mal
so richtig Gas geben.
Frust von der Seele gelaufen
Nach dem Absitzen meiner Zeitstrafe in der Wechselzone war ich als 21.
auf der Laufstrecke - gar nicht so schlecht. Die ersten 20km liefen dann
super und ich habe mir auch meinen Ärger so richtig von der Seele
gelaufen und lag schon auf dem 10.Platz, was ich vor dem Rennen eigentlich
nie für möglich gehalten hatte. Die letzen 10 Kilometer wurden
dann aber richtig hart, da ich aufgrund des Ärgers doch ein zu ungestümes
Anfangstempo beim Marathon gewählt hatte. So wurde ich noch von Markus
Forster (super, der Junge hatte vielleicht noch einen tollen Schritt am
Ende der 42 km !!!) und Mika Luoto überholt, auch Cameron Widoff,
den ich schon abgehakt hatte überspurtete mich noch. Aber alles in
allem bin ich doch sehr zufrieden mit meinem 10. Platz , wenn auch bei
perfektem Rennverlauf durchaus noch mehr drin gewesen wäre. Ich bin
jeden falls für die nächste Auflage hochmotiviert und hoffe
und glaube noch weiter nach vorne kommen zu können.
Aloha, Olaf
(www.olafsabatschus.de)
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