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Ironman Hawaii 2003 - Die Geschichte des Ironman Hawaii::

Mythos Ironman
Ironman ist heute weltweit Synonym für qualitativ hochwertigen, medienwirksamen und anstrengenden Ausdauerdreikampf. Ironman hat maßgeblich zur großen und nachhaltigen Popularität der relativ jungen Sportart Triathlon beigetragen und stellt auch heute noch, trotz der Vielzahl anderer Veranstaltungsserien und Streckenformate, das Non Plus Ultra des Triathlons dar. Die Ironman Weltserie, die mittlerweile jedes Jahr über 10.000 enthusiastische Athleten und Athletinnen weltweit, bei Rennen rund um den Globus an den Start bringt, begann ganz klein im Jahre 1978 im pazifischen Inselparadies Hawaii.

Obwohl es mittlerweile zahlreiche attraktive Ironman Rennen an weniger weit entfernten Orten gibt bleibt die Teilnahme am Ironman in Hawaii das Traumziel aller ambitionierten Ausdauerdreikämpfer. Hawaii ist ein Mythos und wird dieser Rolle auch immer wieder gerecht. Jedes Jahr finden sich im Oktober etwa 1500 Starter und unzählige Fans in der kleinen Ortschaft Kailua Kona an der Westküste von Big Island zu einer Art Woodstock des Triathlonsports zusammen. Die wunderbare, tropische Atmosphäre, das herrlich klare blaue Meer, die allgegenwärtigen Blumenkränze und das Lächeln der Leute machen es einfach sich gut zu fühlen, denn selbst in den verhältnismäßig hektischen Ironmanwochen ist in Kona alles ein wenig gelassener als zu Hause im Alltagsstress und diesen Vibrations kann sich auch der verbissene Athlet nicht so einfach entziehen.

An kaum einem anderen Ort kann man sich den Elementarkräften Hitze, Wasser und Wind intensiver aussetzten, als beim Ironman Rennen auf Big Island. Auf der Schwimmstrecke durch den kristallklaren, lauwarmen Pazifik macht man Bekanntschaft mit der Dünung des gewaltigen Ozeans. Auf der Radstrecke können heftige Winde den Weg durch die flimmernde Lavawüste zur Tortur machen, und beim abschließenden Marathonlauf sind die Athleten dankbar für jedes Bisschen an Schatten und Kühlung.

Alles ist in der Ironman Woche ist auf den großen Tag ausgerichtet und jeder ist irgendwie an der Ironmania beteiligt. Vom morgendlichen Ritual des Massenschwimmtrainings mit Tratsch und Klatsch am Pier, über Hammerradeinheiten durch die Lavawüste, bis zum abendlichen Plündern eines "all you can eat"Buffets, wird der gesamte Tagesablauf von den Vorbereitungen auf das Rennen dominiert. Die Besonderheit des Rennes resultiert, neben der Tatsache, dass es der Ursprung der Sportart ist, aus dem intensiven Kontakt mit den Elementen der Pazifikinsel und der, bis ins Detail perfekten Organisation die vom unglaublichen Enthusiasmus der zahllosen freiwilligen Helfer getragen wird.

Für alle die es interessiert wurde im Folgenden die Geschichte des Ironman Hawaii in unterhaltsamer Form zusammengefasst.

1978 - Die Premiere
Der erste Ironman Triathon der Geschichte markiert die offizielle Geburtsstunde des Triathlon und fand am 18 Februar 1978 auf der Hawaiianischen Hauptinsel Oahu statt. Zuvor hatten sich ein paar verrückte Kerle bei der Siegerehrung einer Laufveranstaltung nach ein paar Bierchen gefragt, welche Ausdauersportler denn die fittesten seien, die Schwimmer, die Läufer, oder vielleicht die Radler? Der Navy Mann John Collins kann sich irgendwie von der Diskussion lösen und kommt mit dem wunderbaren Vorschlag den besten Sportler in einem Wettkampf zu ermitteln, der drei renommierte lokale Wettkämpfe in den Sportarten zu einem zusammenfasst. So entstand aus dem traditionsreichen 2.4 Meilen Waikiki Rough Water Schwimmen, dem 112 Meilen Around Oahu Radrennen und dem Honululu Marathon der erste Ironmanwettkampf.

Immerhin 15 Männer fanden sich an diesem denkwürdigen Tag am Start ein, und zwöf von ihnen finishten dann auch früher oder später das Rennen. Erster wurde in bemerkenswerten 11:46 Stunden ein gewisser Gordon Haller. Der erste Ironman war übrigens mitnichten der erste Triathlon. Der erste dokumentierte, kleine Prototriathlon fand am Mittwoch den 25 September 1974 in Mission Bay, San Diego statt. Der Event wurde von Don Shanahan und Jack Johnstone ins Leben gerufen und fand mit den Jahren mehr und mehr Freunde. Unter den Startern waren in diesen Zeiten auch Namen die man später in den Siegerlisten des Ironman Hawaii finden sollte, nämlich die beiden San Diego Locals Tom Warren und Scott Tinley.

1980 - Der Durchbruch
Ein Bericht vom Ironman 1979 in der größten amerikanischen Sportzeitung bringt einen Aufschwung. Der Fernsehsender ABC bekommt die Übertragungsrechte und macht einen erstklassigen Bericht, der dem Ironman zu weltweiter Bekanntheit verhilft. 108 Teilnehmer, darunter 2 Frauen sind am Start. Nicht nur bei der Teilnehmerzahl und dem Medieninteresse, sondern auch bei der Siegerzeit gibt es einen Quantensprung. Der später legendäre Dave Scott tritt auf den Plan und gewinnt in der für damalige Verhältnisse beachtlichen Zeit von 9:24:33. Sein Name wird von nun an fest mit dem Ironman Hawaii verknüpft bleiben. Siegerin wird Robin Beck in 11:21:24.

1981 - Der Umzug
Valery Silk, die neue Renndirektorin entscheidet sich für einen Umzug des Ironman in die heiße, zerklüftete Lavalandschaft der Kona Coast von Big Island. Eine gute Entscheidung, denn man muss bezweifeln, ob sich der Ironman im Verkehrschaos von Oahu zu dem Rennen entwickelt hätte, dass er heute ist. Außerdem mal ehrlich, es geht doch nichts über die ruhigen Abende auf dem Kailua Pier und den Kampf gegen Wind und Hitze auf den unendlichen Geraden auf dem Highway 19. Der Vorjahressieger Dave Scott ist nicht mit von der Partie, aber mittlerweile 326 Starter, darunter Scott Tinley der Dritter wird. Die Olympiaradlegende John Howard gewinnt den ersten Ironman auf Big Island in 9:38:29, Frauensiegerin wird Linda Sweeny mit 12:00:32.

1982 - Das Double
Im Jahr 1982 wird das Rennen auf Oktober verlegt, um bessere Trainingsbedingungen für Athleten aus Europa und Nordamerika zu ermöglichen. Es gibt also zwei Rennen in diesem Jahr. Einen weiteren Meilenstein stellt der Einstieg von Budweiser als Titelsponsor dar - es gibt doch Bier auf Hawaii. Der Ironman wird nun für viele Jahre BudLight Ironman heißen. Das Starterfeld wächst weiter und im Februar starten 580 Athleten. Auch Dave Scott ist wieder dabei, allerdings schafft er es diesmal nicht den Wettkampf für sich zu entscheiden. Der blonde Sonnyboy Scott Tinley hat zusammen mit Tom Warren und ein paar Kumpels zu Hause in San Diego in der Sauna auf dem Ergometer trainiert und ist bestens vorbereitet. Er gewinnt in der neuen Bestzeit von 9:19:41. Sein Bruder Jeff Tinley wird Dritter hinter Dave Scott. Bei den Damen gewinnt Kathleen Mc Cartney vor Julie Moss die in Führung liegend wenige Meter vor der Finishlinie kollabiert und sich auf allen Vieren über die Ziellinie schleppt. Dank ABC-Berichterstattung ist dieses Spektakel früher oder später auf den Fernsehschirmen der Welt zu sehen, verrückt oder sogar abstoßend für die einen, und faszinierend und Inspiration und Antrieb sich der Herausforderung Triathlon zu stellen für die anderen. Einer dieser Menschen, die kriechende Julie Moss auf ihrem Weg über die Finishlinie bewundern, ist der junge Kalifornier Mark Allen, der von diesem Moment an in Hawaii gewinnen will.

Im Oktober sind Dave Scott und Scott Tinley wieder am Start. Dave Scott hat seine Hausaufgaben gemacht und gewinnt mit einem neuen Streckenrekord von 9:08:23. Jeff Tinley wird wieder Dritter. Im Damerennen wird die 11 Stunden Marke von Julie Leach in 10:54:08 durchbrochen.

1983 - 1984 - Dave Scott und Sylvianne Puntous
In den folgenden Jahren werden die Rennen von Dave Scott bei den Herren und dem Zwillingspaar Sylvianne und Patricia Puntous aus Kanada bei den Damen dominiert. Scott durchbricht als erster Mann die 9 Stunden Marke bei einem Ironman Rennen, ein Meilenstein, die 8 Stunden werden erst 12 Jahre später beim Ironman Europe durch Lothar Leder bezwungen werden.

1985 - Aerolenker
Scott Tinley startet als erster und einziger mit einem Aerolenker, den er sich von einem RAM Starter abgeschaut hat. In Abwesenheit von "The Man"Dave Scott setzt er eine neue Streckenbestmarke von 8:50:54. Als Dritter zum ersten Mal in der Ironmangeschichte kein Amerikaner, sondern der Schweizer, Karl Kupferschmidt. Hannes Blaschke aus dem Allgäu ist bereits zum zweiten Mal dabei, wird sensationeller Vierter und hat von da an acht Jahre lang die Ehre die beste Platzierung eines Deutschen auf Hawaii erreicht zu haben. Die 23jährige Paula Newby-Fraser und spätere „Queen of Kona“ macht ihren ersten Ironman, es gewinnt Joanne Ernst in 10:25:22. Der Ironman ist mittlerweile ein international besetzter Event mit Startern aus 34 Ländern.

1986 – „The Man“ is back
100.000 US$ Preisgeld locken den bereits von Hawaii zurückgetretenen Dave Scott noch mal hinterm Ofen hervor. Damit er auch ganz sicher gewinnt gibt er sich im Training so richtig die Kante und verbessert den Streckenrekord mit einem 2:49er Marathon um 20min auf ganze 8:28:37. Eine Zeit die auch in den letzten Jahren noch regelmäßig für eine Top 5 Platzierung gut ist. Auch bei den Frauen fällt der Streckenrekord, Paula Newby-Fraser siegt in 9:49:14.

1987 - Dave Scott zum sechsten
Der Ironman hat mit etwa 1400 Teilnehmern seine heutige Größe erreicht und ist zu einem Medienspektakel
geworden, das immer mehr Sportler und Zuschauer in seinen Bann zieht. Überall auf der Welt fahren Menschen in lächerlich bunten Badehosen mit rasierten Beinen auf dem Rad herum, reden von Aerolenkern und träumen von der Ziellinie am Pier in Kailua Kona. Die Triathlonmania beginnt in Deutschland und Dave Scott gewinnt in 8:34:13 seinen sechsten und wohl auch letzten Ironmantitel. Bei den Frauen kommt es zu einem Duell von zwei Damen die in den nächsten Jahren dominieren werden. Erin Baker aus Neuseeland schlägt die Vorjahressiegerin Paula Newby-Fraser in neuer Rekordzeit von 9:35:25.

1988 - Paula Newby-Fraser
Mit einer surrealen Performance holt sich Paula Newby-Fraser in 9:01:01 den zweiten Titel. Während Dave Scott an einer Verletzung laboriert und Mark Allen wie bereits in den drei Jahren zuvor mit Problemen zu kämpfen hat, nutzt Scott „the Terminator“ Molina seine erste und letzte Chance und gewinnt endlich den Ironman Hawaii in 8:31:00. Die 26 jährige Brasilianerin Fernanda Keller ist am Start, wird abgelichtet und findet sich als Poster in der Zeitschrift Triathlet wieder. Ein „Must have“ in der Postersammlung eines jeden Ironman Fans.

1989 - Der Showdown
Im Jahre 1989 ist alles am Start was zu diesem Zeitpunkt in der Welt des Triathlon Rang und Namen hat, und einige die diesen Status viel später erreichen werden. Dave Scott, Mark Allen, Scott Tinley, Pauli Kiuru, Jürgen Zäck, Ken Glah, Paul Huddle, Peter Kropko, Greg Welch, Rob Barel, Wolfgang Dittrich, Jeff Devlin, und eine 22jährige Namens Lori Bowden aus Toronto.
Das Rennen konzentriert sich aber nur auf zwei Männer, die sich acht Stunden lang nichts schenken. In einem legendären Kopf an Kopf Rennen, vielleicht dem spannendsten Ironmanduell aller Zeiten, muss Dave Scott schließlich am kleinen Hügel, kurz vor der Stadt die Waffen strecken und Mark „The Grip“ Allen ziehen lassen.
Dieser siegt mit knapp einer Minute Vorsprung in 8:09:15. Allen läuft an diesem Tag einen 2:40er Marathon, diese Zeit ist bis heute ungeschlagen. Mark Allen bekommt den Spitznamen „The Grip“.
Greg Welch kommt 22 Min. hinter Dave Scott als Dritter ins Ziel. Bester Europäer wird der Finne Pauli Kiuru als Fünfter, bester Deutscher Jürgen Zäck auf Platz Sieben. Paula Newby-Fraser scheitert diesmal nur noch knapp an der 9 Stundenmarke und siegt in 9:00:56.

1990 - Neue Strecke
In diesem Jahr gibt es eine Änderung der Laufstrecke. Wo bisher nach der Wechselzone direkt Richtung Norden abgebogen wurde geht es jetzt zunächst einmal nach Süden, den Berg wieder hinab in den so genannten Pit, das glühend heiße Dead End des Alii Drive. Der Wendepunkt auf dem Highway 19 hinterm Flughafen wird ins Natural Energy Lab verlegt, mit diesen Änderungen vermeidet man eine Menge Autoverkehr und schafft zwei neue Höhepunkte auf der Marathonstrecke. In Abwesenheit von Dave Scott kämpft Mark Allen allein an der Spitze und siegt in 8:28:17 vor Tinley und Kiuru. Vier Europäer schaffen es in die Top Ten. Die Neuseeländerin Erin Baker holt ihren zweiten Titel vor Paula Newby-Fraser.

1991 - Gatorade Ironman
1991 wechselt der Titelsponsor, Gatorade ist ein idealer Partner für die im Vorjahr gegründete Worlc Triathlon Corporation (WTC). Die Fernsehrechte gehen an den US Sender NBC der von nun an regelmäßig großartige Features vom Ironman Hawaii bringt und damit etliche Fernsehpreise einsammelt. Mark Allen bezwingt Greg Welch und Jeff Devlin, sein dritter Sieg in Folge. Bemerkenswert: drei Holländer schaffen es unter die ersten 15. Paula Newby-Fraser überquert als 26te die Ziellinie am Pier und gewinnt souverän. Erin Baker wird diesmal Zweite.

1992 - Rekordjahr
In diesem Jahr herrschen gute Bedingungen auf der Radstrecke. Es gibt wenig Wind der den Athleten zu schaffen macht und Jürgen Zäck schraubt die Radbestzeit auf 4:32:28 herunter. Mit ihm steigen Mark Allen, Pauli „Mr. Polar“ Kiuru, "Wolle"Dittrich und Christian Bustos vom Rad. Mark Allen, der seit 1989 nicht mehr langsamer als 2:44 gelaufen ist, kann sich im NEL von Christian Bustos lösen und läuft noch ganze 7 Minuten Vorsprung heraus, neuer Streckenrekord in 8:09:08. Plätze 3, 4 und 5 gehen an die Europäer Kiuru, Dittrich und Zäck.
Auch Paula nutzt die Gunst der Stunde für eine neue Radbestzeit außerdem kann sie endlich die 9-Stunden Marke knacken und stellt mit 8:55:28 eine Bestmarke auf, die noch heute Bestand hat. Die Kanadierin JulieAnn White wird zweite mit 27 Minuten Rückstand, vor der Holländerin Thea Sybesma.

1993 - Paulis Versuch
Noch mal bessere Bedingungen, es gibt wieder neue Radbestzeiten. Die gleiche Gruppe wie im Vorjahr erreicht gemeinsam die zweite Wechselzone. Pauli Kiuru fasst sich ein Herz, schaltet seinen besten Freund, den Pulsmesser aus und läuft die ersten hügeligen 10km bis nach Kona in lässigen 35 Minuten. Allen bleibt cool und lässt sich vom Bluff des Finnen nicht beeindrucken. Auf der langen Geraden hinunter ins Natural Energy Lab läuft er mühelos an Kiuru vorbei und von da an seinem 4. Sieg in Folge entgegen. Er verbessert den Streckenrekord nochmal auf 8:07:45. Vier Deutsche landen unter den Top Ten.
Paula Newby-Fraser liefert den noch nicht geschlagenen Rekordbikesplit von 4:48:30 und siegt zum sechsten Mal vor Erin Baker und Sue Latshaw und zieht mit Dave Scott gleich, der auch 6 Ironmansiege auf dem Konto hat

1994 - The return of the Man
Dave Scott kündigt sein Comeback an und wird von vielen belächelt. Jürgen Zäck, der in den Jahren nach 2000 selber mit solchen Sprüchen konfrontiert wird, scherzt bei der Pasta Party "Dave you´re old". Diese Sprüche sind aber bereits in der zweiten Wechselzone Geschichte, denn The Man steigt mit der Spitze vom Rad und läuft mit dem flinken Aussie Greg Welch auf und davon. Am Ende kann sich Greg Welch durchsetzen und gewinnt mit knapp 4 Minuten Vorsprung. Nach vielen Topplatzierungen und Verletzungspech in den letzten Jahren hat es der verrückte Aussie endlich geschafft. Geschafft hat es auch Dave Scott, nämlich ein mehr als respektables Comeback. Als Dritter läuft Jeff Devlin durchs Ziel knapp vor dem Deutschen Trio Zäck, Sabatschus und Leder.
Paula Newby-Fraser schreibt mit ihrem siebten Sieg vor Karen Smyers Ironman Geschichte. Die beliebte Brasilianerin Fernanda Keller kommt zu ersten Mal aufs Treppchen.

1995 - Dramatik pur
Thomas Hellriegel tritt bei seinem ersten Ironman auf dem Rad die Flucht nach vorn an. Er lässt auf dem Rad alles stehen was Rang und Namen hat und steigt 13 Minuten vor dem Verfolgerpack von seiner Rennmaschine. Unter den Verfolgern sind Mark Allen, Pauli Kiuru und Greg Welch. Die Deutschen Fans zittern, wird die Führung bis ins Ziel reichen? Nein. Allen lässt nichts anbrennen, er läuft gleichmäßig schnell an den Deutschen heran und kann ihn schließlich drei Kilometer vor dem Ziel, an dem kleinen Hügel kurz vor der Stadt überholen. Etwa dort, wo 1989 Mark Allen nach acht Stunden endlich an Dave Scott vorbeiziehen konnte, mit dem er durch diesen sechsten Sieg in der ewigen Bestenliste gleichzieht. Rainer Müller wird Dritter mit weniger als fünf Minuten Rückstand auf Allen, die knappsten Top 3 der Ironman Geschichte. Im Damenrennen verläuft zunächst alles wie gewohnt, Paula steigt mit großem Vorsprung vom Rad und läuft ihrem achten Sieg entgegen. Karen Smyers geht mit elf Minuten Rückstand auf die Lauftrecke und macht Schritt für Schritt Boden gut, sie hat Paula bereits im Visier als es um die vorletzte Ecke auf die letzten 400 Meter auf dem Alii Drive geht. Paula bleibt stehen und sackt auf der Gehwegkante in sich zusammen, wenige Sekunden später zieht Karen Smyers vorbei und gewinnt den Ironman in 9:16:46. Die Französin Isabelle Mouthon wird Zweite. Paula hat sich inzwischen wieder hochgerappelt und wandert die letzten Meter Richtung Ziel wo sie auf den letzten 10 Metern noch von Fernanda Keller überholt und auf den 4ten Platz verwiesen wird.

1996 - Streckenrekord und Generationswechsel
Das Jahr 1996 hat es in sich. Beim Ironman Europe durchbricht Lothar Leder als erster die Acht-Stunden-Schallmauer, und auch beim Ironman Hawaii fällt der Streckenrekord. Thomas Hellriegel fährt einen 43er Schnitt und geht mit drei Minuten Vorsprung auf den belgischen Langdistanzweltmeister Luc van Lierde und den Kanadier Peter Reid auf die Lauftrecke. Thomas Hellriegel läuft ein Wahnsinnsrennen und eine Wahnsinnslaufzeit von 2:46:55, er bricht auch den alten Streckenrekord von Mark Allen aber es reicht nicht. Wieder wird Hellriegel wenige Kilometer vor dem Ziel an einem kleinen Hügel vor der Stadt vom späteren Sieger überholt, diesmal ist es Luc van Lierde, der bei seinem Ironman Debüt eine 2:42:28 läuft und mit 8:04:08 die bis heute gültige Bestmarke setzt. Auch bei den Damen sieht es zunächst nach einem Sieg einer europäischen Debütantin aus. Natascha Badmann steigt mit drei Minuten Vorsprung vor Paula Newby-Fraser vom Rad, wird aber neun Kilometer vor dem Ziel abgefangen. Die Queen of Kona holt ihren achten Titel, während die Schweizerin Natascha Badmann vor Freude strahlend als zweite ins Ziel schwebt. Titelverteidigerin Karen Smyers wird Dritte.

1997 - Germany dominiert
Aller guten Dinge sind drei denkt sich Thomas Hellriegel und macht in diesem Jahr alles richtig. Bei schweren Bedingungen setzt er sich auf dem Rad mit Jürgen Zäck von der Gruppe ab und einem ungefährdeten Sieg entgegen. Am kleinen Hügel kurz vor der Stadt dreht er sich um, aber heute ist niemand da der ihn schlagen kann. Jürgen Zäck wird Zweiter vor dem heranstürmenden Lothar Leder, der als Achter vom Rad gestiegen ist und mit der besten Laufzeit des Tages (2:49:15) das deutsche Trio an der Spitze komplettiert. Insgesamt landen an diesem Tag fünf Deutsche unter den ersten Zehn. Paula Newby-Fraser ist nicht zum ersten Mal seit zwölf Jahren nicht am Start. Natascha steigt aus. Wendy "Wingnut"Ingraham liegt lange in Führung wird aber schließlich von den Kanadierinnen Heather Fuhr und Lori Bowden überlaufen. Heather Fuhr läuft 3:06 und gewinnt in 9:31:43 vor Lori und Fernanda. Spektakulär ist das Torkelfinish von Sian Welch und Wendy Ingraham, die nur noch kriechend das Ziel als 4. und 5. erreichen.

1998 - Reid und Badmann
1998 ist das 20. Jahr des Ironman Hawaii, ein Jubiläum, von den Männern und Frauen, die das Rennen schon einmal gewonnen haben fehlen nur vier. Zur Feier des Tages dreht der Mumuku auf der Radstrecke so richtig auf. Den Verpflegungsstationen am Hilton Waikoloa fliegen die Plastikstühle um die Ohren.

Der Vorjahressieger Thomas Hellriegel und Peter Reid treten auf dem Bike die Flucht nach vorne an und gehen gemeinsam auf die Laufstrecke. Dort wird aber sehr schnell deutlich, dass Thomas heute keinen Einfluss auf die Entscheidung haben wird. Er läuft 17 Minuten langsamer als im Vorjahr und wird schließlich Achter. Peter Reid kann seinen Vorsprung halten und siegt in 8:24:20 vor Luc van Lierde. Lothar Leder realisiert zum zweiten Mal in Folge den schnellsten Laufsplit und wird mit dem dritten Platz belohnt. Ironman Rookie Spencer Smith wird Fünfter. Natascha Badmann steigt schon nach 56 Minuten aus dem Wasser und arbeitet sich durch den Wind an die Spitze vor. Dort reicht ihr dann die viertbeste Laufzeit zu einem Triumph über die auf den zweiten Rang vorgelaufene Lori Boden. Fernanda Keller steht bereits zum vierten Mal als Dritte auf dem Podium. Bei den Frauen fallen der Schwimm- und der Laufrekord durch Wendy Ingraham (10.) und Heather Fuhr (5.). Paula Newby-Fraser wird bei ihrem Comeback nur Elfte.

1999 - der Belgier is back
Das Ehepaar Peter Reid und Lori Bowden gewinnen im Frühjahr den Ironman Australien in Foster und gehen so in Hawaii als Favoriten an den Start. Auf dem Rad kann sich bei den Herren niemand absetzen und so gehen sechs Athleten gemeinsam auf die Laufstrecke. Tim de Boom, Luc van Lierde, Peter Reid, Christoph Mauch, Thomas Hellriegel und Peter Sandvang. Der beste Läufer des Tages ist Luc van Lierde, er läuft 2:42:46 und holt sich den zweiten Titel vor Peter Reid und dem überraschend starken Tim de Boom. Lothar Leder wird übrigens in einer umstrittenen Entscheidung auf dem Rad in Führung liegend disqualifiziert. Nach einer gewohnt mäßigen Schwimmleistung arbeitet sich Lori Bowden an die Spitze. Dort fühlt sie sich richtig gut und läuft als erste Frau in Hawaii unter 3 Stunden. Dem hat auch Karen Smyers nichts entgegen zu setzen. Als Dritte wird wieder mal Fernanda Keller im Ziel begrüßt.

2000 - Ein harter Tag
Im Jahr 2000 sind die Bedingungen auf dem Rad noch härter als 1998. Nach dem Luc van Lierde zwei Tage vor dem Rennen absagt, ist Peter Reid der Favorit bei den Männern. Bei den Frauen läuft es wohl auf ein Duell zwischen Lori Bowden und Natascha Badmann heraus.
Im Rennen macht zunächst ein anderer Athlet auf sich aufmerksam. Normann Stadler setzt sich ab und ist schließlich mit einigen Minuten Vorsprung auf die Lauftrecke gewechselt. Der Par Force Ritt hat ihn leider zu viele Körner gekostet, und er wird von Peter Reid und Tim de Boom passiert. Reid gewinnt sein zweites Windrennen in 8:21:01. Normann Stadler wird sensationeller Dritter. Auch Natascha erinnert der Wind an ihren Triumph von 1998, und sie gibt auf dem Rad richtig Gas. Mit 17 Minuten Vorsprung auf die Topfavoritin Lori Bowden wechselt sie in die Laufschuhe und rettet sich schließlich mit einem Vorsprung von kaum über zwei Minuten als Siegerin ins Ziel. Lori Bowden wird Zweite und Fernanda Keller Dritte.

2001 - Tim de Boom
Lange haben die amerikanischen Triathlonfans auf einen Sieg gewartet, und im Jahre 2001 ist es bei harten äusseren Bedingungen und einem sehr starkem Feld endlich soweit. Tim de Boom holt sich vor dem Neuseeländer Cameron Brown und taktisch klug laufenden Thomas Hellriegel den Sieg. Mit einer Laufzeit von 2:45 entscheidet der US Boy das Rennen auf der Laufstrecke. Bei den Damen siegt Natascha Badmann vor Lori Bowden und Nina Kraft. Natascha macht bei dem Rennen auf dem Rad alles klar und nimmt der später zweitplazierten Kanadierin auf dem Bike neun Minuten ab.

2002 De Boom und Badmann
Ungewöhnlich starker Wind und Regenfälle am Vortag lassen einen planmäßigen Start des 2002er Ironmans zunächst fraglich erscheinen, aber im Morgengrauen hat der Wettergott ein Erbarmen und man kann loslegen. Ein starker Regenschauer zu Beginn der Radstrecke liefert apokalyptische Bilder. Jan Sibbersen hat das Schwimmen als erster beendet, aber das Feld ordnet sich auf der Radstrecke schnell neu. Hellriegel, Macca und Zäck machen Druck und fahren vorne weg. Allerdings bleibt die Verfolgergruppe mit allen weitern Favoriten sehr aufmerksam und läßt den Abstand nicht zu groß werden. Einzig Lothar Leder hat Probleme und fällt nach hinten raus. Zäck muß in der T2 erstmal in die Box und auch die Führung von Hellriegel und Macca hält nicht lange. Es ist die Stunde der schnellen Läufer Tim de Boom und Peter Reid. Der Titelverteidiger schafft es schließlich einen nach der verkorksten Saison überglücklichen Reid in Schach zu halten und holt sich den Titel ein weiteres Mal. Thomas Hellriegel muß nur noch Kiwi Cameron Brown vorbeilassen.

Bei den Girls führt zunächst Nina Kraft, die am Ende aber einer surreal radelnden Natascha Badman, die teilweise schneller unterwegs ist als die Spitzengruppe der Männer, nichts entgegensetzen kann. Zwei Minuten Abstand zu Beginn der Laufstrecke sind noch keine Welt, aber Natascha ist nicht zu stoppen und läuft am Ende einen 7 Minuten Vorsprung raus. Mit nur 37 Minuten auf die Männerspitze holt sie sich bei ihrem ersten Ironmanrennen der Saison den verdienten Sieg. Nina läuft auf Platz 2, muß am Ende aber aufpassen nicht noch von der flinken Lori Bowden geschnappt zu werden, die auf Rang 3 landet.

2003 - Doppelsieg für Kanada
2003 ist das Jahr der Kanadier. Lori Bowden und Peter Reid holen sich die Krone der Triathleten.

In souveräner manier holt sich Peter Reid als "Runnerup" den Titel vor dem stark debütierenden Belgier Rutger Beke und einem der konstantesten Athleten auf Hawaii, dem Neuseeländer Cameron Brown. Bester Deutscher wird wie im Jahr 2000 Normann Stadler (Rang vier) vor Jürgen Zäck (Rang sechs). Es folgen der für viele überraschend starken Faris al-Sultan (Rang sieben) und Thomas Hellriegel (Rang elf).

Lori Bowden kann einer mit Magenproblemen kämpfende Natascha Badmann (SUI) niederringen. Bravouröse kämpfersiche Leistungen zeigt die beste Deutsche Nina Kraft auf Rang 3. Sie wird sehr lange an dieser "Niederlage", die sie auch in einer ausgesprochenen Zeitstrafe begründet sieht knabbern und zieht für die Saison 2004 folgenschwere Entschlüsse.

2004 - Das Jahr der Deutschen
Auf unglaubliche Art udn Weise zerlegt der Mannheimer Normann Stadler das Feld des diesjährigen IRONMAN. Nach für ihn guter Schwimmleistung fährt er das Feld der Top-Favoriten schon vor Waikoloa auf und kommt mit uneinholbaren 12, bzw. 21 Minuten vor den Top-Läufern der Szene ins Ziel.

Auf den Plätzen liefern sich ein angeschlagener Alexander Taubert, Faris-Al-Sultan und Peter Reid eine Schlacht um das Podest, das Reid und Al-Sultan als Sieger sehen lässt.

Das Rennen der Damen sieht frühzeitig wie ein absoluter Triumpflauf der Deutsche Nina Kraft aus. Nach starken Schwimmen, nimmt sie den nächsten Damen Minute um Minut auf dem Rad ab und schont sich nicht beim Laufen. Die Ernüchterung erfolgt wenige Tage nach dem Zieleinlauf. Nina Kraft wurde des Dopings mit EPO überführt und ist geständig. Der Titel wird der Zweitplatzierten Natascha Badmann zugesprochen. Aufhorchen lässt erstmalig die Spanierin Virginia Berasategui, die sich lange zeit auf Rang 2 halten kann, dann jedoch mit Rückenproblemen aufgibt. (hs/kb)

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17.10. Deutsche Retrospektive
16.10. Mark Allen Tipps
16.10. Die Showbühne
16.10. Interview Nina Kraft
15.10. Peter Reid talks II
15.10. Mark Allen talks II
14.10. Peter Reid talks I
14.10. Mark Allen talks I
14.10. Half-IM in Disneyworld
14.10. Weltcup in Japan
14.10. Mark Allen talks
13.10. Interview J. Zäck
13.10. Das große Gewinnspiel
12.10. Interview T. Bracht
12.10. DTU Regeländerungen
12.10. Olaf Sabatschus talks V
11.10. Interview T. Hellriegel
11.10. Sir Simon goes IM
10.10. Interview N. Stadler
09.10. Hawaii Special
09.10. Update TV-Radio
08.10. Newsletter #76
06.10. Jan Ullrich bei T-Mobile
06.10. PV Witten - die Zukunft
06.10. Olaf Sabatschus talks IV
05.10. Finalresults Aquasphere
04.10. Hawaii ohne A. Niedrig
03.10. TT Witten in Gründung
03.10. Ironman Western AUS
03.10. Natascha Badmann talks
02.10. Neu: Ironman Busselton?
01.10. Führungskrise in Witten
01.10. 3athlon.org - der Verein
01.10. OIMG und DSH