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Interview mit Diana Bertsch, Renndirektorin Ford IRONMAN Hawaii Triathlon World Championships und Peter Henning (Vize-Präsident World Triathlon Corportation).
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Interview mit Diana Bertsch, Renndirektorin Ford IRONMAN Hawaii Triathlon World Championships und Peter Henning (Vize-Präsident World Triathlon Corportation).


Kailua-Kona (Hi, USA) - Diana Bertsch lebt mit ihrer Familie auf Big Island, Hawaii. Sie hat Sharon Ackles als Renndirektorin des wichtigsten Triathlons der Welt abgelöst. Peter Hennings ist für die TV-Produktion für NBC zuständig und der Chef  von Ironmanlive. 3athlon.de hat sich im Büro der WTC im Kuakini Tower mit den beiden langjährigen Mitarbeitern der WTC getroffen.

3athlon.de: Diana, kannst Du Dich vielleicht unseren Lesern vorstellen? Wie lange bist Du bereits auf der Insel. Seit wann bist Du hauptverantwortlich für den „Worlds“ in Kona zuständig?
Diana Bertsch: Ich bin seit 4 Jahren für den IRONMAN Hawaii zuständig, also im 5. Jahr. Big Island nenne ich seit 1992 meine Heimat, auch wenn ich 1995 zurück auf das Mainland [Festland , die USA] ging. 1997 war ich aber wieder in Kona. Es ist ein Segen hier zu leben. Jeden Tag muss man sich vergegenwärtigen, wie wunderschön es ist. Ich bin kein Freund von großen Reisen und sehr verwurzelt. Ein Hauptgrund ist mein 8 Jahre alter Sohn William.
Peter Henning: Der zukünftige Fussball-Star (lachend), leider kein Ironman.
Diana Bertsch: Ja leider, ich glaube wir haben ihn für immer verloren (lachend).

3athlon.de: Diana, wie bewertest Du die Entwicklung des Rennens in den letzten Jahren? Gibt es herausragende Momente für Dich persönlich oder von historischer Tragweite, seit dem Du in Amt und Würden bist?
Diana Bertsch: Das Rennen der Profis ist aufregend. Das komplette Paket sind aber sicherlich die Alterklassenathleten. Es fällt mir schwer eine Person herauszupicken und zu erheben. Manche sagen, wie sind in einem Geschäft, das Träume ermöglicht. Das ist, was wir machen – das treibt uns alle an.

3athlon.de: Der IRONMAN Hawaii ist von Helfern (Volunteers) inspiriert, die zumeist ehrenamtlich tätig sind. Dieser Helfergedanke ist typisch für die USA. Inwieweit spielen Begriffen wie Aloha, Ohana aus dem Hawaiianischen Kulturkreis ein Rolle?
Diana Bertsch: In der Tat ist der IRONMAN Hawaii ohne die Big Island Community undenkbar. Sie ist die Fabrik des Rennens. Wenn wir die nicht hätten, könnten wir es nicht machen. Dahinter steht viel Aloha. Wenn wir das nicht hätten, könnten wir das Rennen nicht machen. Du könntest das Office schließen, das Rennen würde weiterlaufen. Sicher nicht exakt so, wie jetzt – es würde aber weitergehen.
Wir haben jedes Jahr 5.000 Helfer, ein unglaubliche Zahl. Manche sind sehr, sehr lange dabei. Rocky Campbell (Leiter des Aufbaus) ist im 27. Jahr. Betty Hall ist 1981 im Rennoffice dabei. Im vergangenen Jahr verhinderten zwei Operationen am offenen Herzen die Teilnahme. In diesem Jahr ist sie wieder dabei.

3athlon.de: In der Vergangenheit musste das Rennen eine Änderungen in der Rennstrecke hinnehmen. Es gab den Umzug von Ohau nach Hawaii, „The Pit“ fehlt am Südende der Laufstrecke, der Radkurs wurde mitsamt Streckenrekord von Thomas Hellriegel etwas verändert und es gab 2 Wechselzonen. Dann wurde die Pier am Hafen von Kona vergrößert….
Diana Bertsch: Ja, wir hatten in den letzten Jahren immer mal kleinere Änderungen, die sich aus der Infrstrukzur ergeben haben. 2001 und 2002 hatten wir die 2. Wechselzone am alten Airport, bei der 25. Auflage 2003 waren wir auf dem Parkplatz des Kinkamehameha Beach Hotels.  2004 waren endlich die Bauarbeiten am Pier vorbei und wir konnten beide Wechselzonen dort einrichten.
Peter Henning: Das war eine große Erleichterung für die Athleten. Das Rennen war weder auf Oahu, noch auf Big Island für Zuschauer ausgerichtet. Dieser Gedanke - die Idee, dass IRONMAN sich so entwickeln würde bestand damals nicht. 2005 folgte dann die Verlegung des Schwimmausstiegs vom hinteren Teil, des Piers zum Einstieg. Nun konnten erstmalig die Zuschauer direkt am Pier den Ausstieg verfolgen. Diese Änderung hat die Atmosphäre sehr verdichtet.

3athlon.de: Im letzten Jahr hat die WTC lange um Vertragsverlängerungen kämpfen müssen. Eine Investorengruppe bemühte sich um den Kauf der Kingkahmehameha Hotels, Kreuzfahrtschiffe konkurrierten wie auch lokale Angebote (Jetskis, Zubringerboote und Inselrundfahrten) mit den Liegezeiten am Pier. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge? Konnten die Verträge verlängert werden, um am Pier und im Hotel zu bleiben? Schließlich sind viele Teile der Organisation in der Rennwoche dort untergebracht.
Diana Bertsch: Wir haben eine starke Unterstützung durch die Vertwaltungen des Mainlands und des Staats von Hawaii. Unser Vertrag mit dem „Kinkam“ lief tatsächlich aus und wir hatten längere Verhanldungen, da es zum Verkauf stand. Darum haben wir auch nur einen Vertrag für ein Jahr abgeschlossen, stehen aber bereits in den Verhandlungen für die Folgejahre. Der Verkauf an die neuen Besitzer vom Mainland und aus Hawaii ist wohl abgeschlossen.

Tatsächlich haben wir aber in den letzten 3 Jahren neue herausfordernde Industriezweige kennengelernt. 2003 kamen im Oktober 11 Kreuzfahrtschiffe nach Kona, 2006 waren es bereits 32. Daran ist eine ganze Insudtrie angeknüpft, beginnend bei den Anlandungs-Schiffen, Inselrundfahrten und weiteren Touristenattraktionen.
Nach 9/11 mussten völlig neue Sicherheitsbestimmungen erfüllt werden. Es gibt abgeschirmte Bereiche am Pier, die für Be- und Entladung der Schiffe zu ständig sind und die von der Homeland Security verwaltet werden. Wir blockieren in der Rennwoche rund 4 bis 5 Tage den Pier. Damit sind Einnahmeverluste verbunden.  Wir haben aber auf der anderen Seite demografische Studien gemacht und den Einfluss des IRONMAN auf den Tourismus von Hawaii erhoben. Das darf man nicht vernachlässigen. Der IRONMAN ist ein Teil der Insel, Kona ist das Herz des Rennens. Er wurde von der Lava geprägt und hat im Umkehrschluss auch das Image des Archipels in die Welt getragen.
Peter Henning: Nach dem 11. September  gab es zahlreiche Gerüchte. Etwa, dass der IRONMAN gar nicht stattfinden würde. Der Tourismus auf Hawaii kam faktisch zum erliegen. Wir haben die Entscheidung der Verantwortlichen gerne mitgetragen und ein Spitzenevent von internationalem Format realisiert. Die Leute kamem bald zurecht und ein Jahr später, war es so, als sei nichts geschehen.

3athlon.de: Die Organisation eines solchen Rennens ist sicher immer eine Herausforderung. Diese mündeten vor zwei Jahren wohl in die Entwicklung des Plan B, Umzug des Events nach Ohau auf Teile der Originalstrecke. Welche Hintergründe hatte diese Entscheidung und wie weit war der Entwicklungsprozess abgeschlossen?
Diana Bertsch: Jede Organisation dieser Größe benötigt einen Backup-Plan. Wir würden unseren Job schlecht machen, wenn wir nicht vorbereitet wären. Es ist und war aber nie unsere Absicht aus Kona wegzugehen.
Peter Henning: Neben den Kreuzfahrtschiffen war vor allem das unglaubliche Wachstum von Kona ein Thema. Damals sind wir deshalb von Honolulu weggegangen.

3athlon.de: IRONMAN ist ein weltweites Phänomen. Der Erfolg der Deutschen Athleten sorgt dafür, dass erstmalig ein Fernsehsender an eine Live-Übertragung denkt. Wie bewertest Du das Engagement der ARD und welche Herausforderungen und Schwierigkeiten könnte auf die Crew zukommen?
Peter Henning: Die ARD nutzt Technologie, die bereits läuft. Sie setzen an den Schnittstellen für unseren Webcast von Ironmanlive an. Ironman.com stellt der ARD und natürlich auch dem ORF Motorräder zur Verfügung, die das Rennen nach Hawi und zurück verfolgen. Dazu kommen die Bilder aus dem Helikopter. Die ARD betritt da natürlich Neuland in Europa, auch wenn wir es im Internet seit Jahren umsetzen. Ergänzt wird das durch Moderatoren an der Strecke und am Pier.  

3athlon.de: Peter, hast Du schon Details mit der Crew besprechen können? Wie kann man sich die Arbeit in den Tropen, mitten aus den Lavafeldern heraus vorstellen. Ist sie vergleichbar mit den Strapazen der Tour de France? Du warst ja lange Jahre an vorderster Front als Kameramann.
Peter Henning:  Nach über 10 Jahren Tour de France und 40 Jahren Kameraarbeit ist es Zeit im Dezember beide Hüften ersetzt zu bekommen (lachend). Es ist ein den Körper fordernder Job. Man hat den ganzen Tag eine Kamera von 20kg auf der Schulter, es ist heiß und man vergisst sich manchmal ausreichend zu versorgen. Es ist eine wirkliche Herausforderung.

3athlon.de: Gibt es neben der Windschattenregelung, die ich mit Ben Fertic schon im letzten Jahr andiskutiert habe Neuerungen?
Peter Henning: Vorausgesetzt der Surf [Wellengang] spielt mit, kommt wieder der neue Schwimmausstieg zum Einsatz. Er hat sich bewährt. Die neue Windschattenreglung ist sicher nach den Versuchen der letzten Jahre eine sehr praktikable Lösung für den ganzen Sport. Sicher nicht nur im IRONMAN.
Diana Bertsch: Das diesjährige Event steht unter dem Thema „Kupau“ [ku-pow; Vervollständigung]. Jedes Jahr findet das Event unter einem neuen Thema statt. Wir stellen es den Athleten beim Carbo-Dinner vor. Es gibt sieben Attribute, die Kupau ausmachen. Diese werden in einem Kreissymbol mit in sieben Dreiecken aufgeteilter Pfeilspitze und Schaft ausgedrückt:

  • Kuaha: Rat
  • Ikaika: Stärke
  • Ahonui: Ausdauer
  • Hohonu: Wissen
  • ‘Ike: Verstehen
  • Na’auao: Weisheit
  • Mana: Obrigkeit.

(Kai Baumgartner)

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Peter Henning und Diana Bertsch. Wer genau hinschaut erkennt das aktuelle Poster für 2007.
Foto: 3athlon.de

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Das Motto des Ironman 2007 lautte kupau.
Foto: Mitch Thrower


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