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Holgi Spiegel talks III: 10 Reasons why it sucks not to be in Kona in October. HOT: WVC Triathlon Kassel HOT: Redakteure gesucht HOT: Verlosung, XTERRA Volt |
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O-Töne O-Töne "Bei jedem anderen Triathlon kannst du dir eine Tatik zurechtlegen, aber hier kämpfst du gegen die unberechenbare Natur." - Jürgen Zäck über den IM Hawaii. |
Holgi Spiegel talks III: 10 Reasons why it sucks not to be in Kona in October. Kailua-Kona (Hi, USA) - Holger Spiegel, Rekordhalter beim ULTRAMAN Hawaii und Mitbegründer von 3athlon.de hat sich nach längerer Schreib-Abstinenz erneut an die Tastatur gesetzt: Auf den Wunsch der nicht der englischen Sprache mächtigen Leser auch in heimischer Sprache...
Im Grunde war diese Diskussion, und die teilweise unentspannt wirkende Kommunikationskultur, die dabei von mir und den Vertretern der Gegenthese an den Tag gelegt wurde ein perfekter Aufhaenger fuer das Thema in diesem Beitrag, mit dem vierten Grund warum es nervt im Oktober nicht in Kona zu sein. Es geht um die Kona Therapie. Bevor ich das Glueck einige Reisen in die entspannteren Gefilde unseres Planeten zu unternehmen, war das Bild des besserwisserischen, rechthaberischen, und unfreundlichen Deutschen, ueber das man regelmaessig in Buechern oder den karikaturhaft ueberzeichneten Darstellungen von Protodeutschen in manchen Filmen stolpert fuer mich nicht richtig nachvollziehbar. Wie viel zu aehnlich ich den derartig unvorteilhaft beschriebenen Figuren im echten Leben wirklich schon bin, habe ich erst erkennen muessen, nachdem ich meine Rueckmutation vom entspannten, netten Hang Loose-Moechtegern Hawaiianer zum „dichtestressgetrieben, wenn ich Vorfahrt habe nehme ich sie mir auch Arschloch“ sozusagen im Zeitraffer beobachten konnte (man koennte auch sagen, musste). Zu allem Ueberfluss wurde dieser Erkenntnissprozess von Freunden unterstuetzt, denen der nach 9 Wochen Hawaii zurueckgekehrte „Hang Loose Holgi“ deutlich besser gefiel als der alte, und die ihrem Erschrecken ueber das schnelle Verschwinden der schoenen, neuen Charaktereigenschaften staendig und zum Teil noch nach Monaten Ausdruck verliehen haben. Vorrausgesetzt also man ist ein solch fieser Zeitgenosse wie ich, also ungeduldig hupend wenn jemand bei Einparken den ersten Versuch versemmelt, an der Schlange vorm Bäcker am Sonntagmorgen nach potentiellen Vordraenglern ausschauhaltend, und in Diskussionen bis an den Rande des Schwachsinns seine Meinung vetretend um mit dem guten Gefuehl ins Bett zu gehen auch diese Schlacht gewonnen zu haben, wenn man also so ein Arschloch ist, dann besteht die Chance, dass bereits wenige Tage Kona-Therapie eine signifikante Verbesserung der Symptome bewirken. Irgendwann erwischt man sich dabei, wie man zum zweiten Mal hintereinander Fussgaenger ueber die Strasse winkt obwohl gar kein Zebrastreifen in Sicht ist, und das nicht etwa, weil man gerne wissen will, ob das braungebrannte Surfergirl in den orangen Hotpants von hinten genauso knackig aussieht, wie von vorne, sondern deshalb, weil es einfach irgendwie selbstverstaendlich scheint, nein es fuehlt sich sogar irgendwie gut an. Auch eine Oma die an der Kasse von „Food for Less“ in aller Seelenruhe einen vollen 2 Kubikmeter Einkaufswagen aufs Band sortiert, um danach mit 5 Cent Stuecken aus einem Portmonaie zu bezahlen, dass sie leider in ihrem Pickup-Truck vergessen hat der am anderen Ende eines Parkplatzes steht auf dem die Alianz Arena bequem Platz finden wuerde, bringt den Patienten nicht mehr aus der Ruhe. Irgendwas an diesem Ort, verhilft zur verblueffenden Erkenntniss, dass Stress und Hektik nicht wirklich existieren und es fast kein Problem gibt, dass man nicht mit positiver Energie und einem breiten Laecheln loesen kann. Schwer zu sagen was genau diese Verwandlung ausloest, ob es die viel besungenen Good Vibrations, der vor ein paar Tagen bschriebene Flavour, das Laecheln der Hawaiianer, oder die ueberwaeltigende Praesenz von Aloha, Mana und Ohana ist. Hin und wieder denke ich auch, dass es vielleicht nur an der unfassbaren Weite des Pazifik liegt, der an manchen Tagen, ohne dass eine Art von Horizonz erkennbar ist, einfach in den Himmel uebergeht und damit alles Aspekte unserer Existenz auf ein Mass reduziert das es leicht macht die Dinge alle furchtbar entspannt anzugehen. Wie dem auch sei, es funktioniert und wenn ich aus Kona zurueckkomme, dann bin ich fuer mindestens 24 Stunden ein wirklich netter Typ. Ich gruesse wildfremde Leute auf der Strasse, reagiere mit freundlicher Nachsicht auf den LKW der ohne nach Radfahrern zu schauen spontan nach rechts abbiegt, „share the streets, nein, share the world with aloha“ der Spruch den man in Kona auf sovielen Stossfaengern lesen kann ist mein neues Motto, wer Aloha saet, wird freundliche Menschen ernten, oder so. Leider klappt das immer nur ein paar Tage, entweder habe ich zu wenig Geduld, oder es liegt nicht in meiner Natur, aber wenn ich auf jeden 4ten freundlichen Gruss nur in ein latent angriffslustiges, verstaendnissloses Gesicht schauen muss, wenn sich die Befuerchtung einschleicht, dass mit dem „Share the road with Aloha Konzept“ in Deutschland kein Staat zu machen ist, dann beginnt der Rueckfall in die alten „deutscheren“ Verhaltensmuster, und nur ein paar Monate spaeter gelingt es nur noch selten mir vorzustellen, wie genau es sich als Hang Loose Holgi angefuehlt hat. Um den Kontakt zu diesem Gefuehl nicht zu verlieren ist es wichtig hin und wieder Mal in Kona vorbei zuschauen, vielleicht klappts ja dann mit den guten Vorsaetzen. Zu dieser Therapie gibt’s keine Alternative, und deshalb ist dieser vierte Grund ein besonders wichtiger, wenn es darum geht sie aufzuzaehlen, die zehn wichtigsten Gruende warum es nervt im Oktober nicht in Kona zu sein.
ENGLISH Given you are such a jerk, somebody who is impatiently blowing the horn when somebody is desperatly trying to back into a narrow parking space, someone who is watching for people who might be trying to jump the queue in front of the bakery on sunday morning, someone who is taking discussion to ridiculous levels, just to go to bed with the inebriated feeling of having won another big battle, given you are such kind of asshole, there is a good chance that even a few days of what i call „Kona-Therapy“ will result in a significant reduction of symptoms. Suddenly you find yourself repeatedly stopping for pedestrians with no crosswalk at sight. And it s not like you stop because you would like to find out wether that stunning sunntanned surfergirl with the screaming orange hotpants looks even better from behind, no, you do it because it feels right, and good. Even the otherwise borderline experience of an elderly woman at the cash point of Food for Less who is tardily emptying the content of a full 100 square inch shopping cart before paying with 5 cent coins taken from a purse she forgott in a pick-up-truck that was parked on the far corner of the soccerfield size parking lot, wont spoil the patients patience anymore. Something about this place forces your brain to realize the startling fact that all the hustle and bustle does not really exist, that there ir more or less no problem that can not be solved by positive thing and a big smile. Hard to say what exactly catalyzes this fundamental change, it may be the legendary good vibrations, the flavour i described before, the smiles of the hawaiian people or the overwhelming presence of aloha, mana and ohana. Sometimes i think it might be only the infinite size of the pacific ocean and its endless blue when its fading into the sky without a visible horizon, which reduces all aspects of our existence to a dergree which makes it easy to approach the things with a „Hang Loose“ attitude. Whatever works the magic, when i´m coming back from kona i´m always a really nice guy for at least 24 hours. I say hi to total strangers on the street, i do not shout at truck drivers that decide to take a spontanious right turn without watching for cyclists, share the road, no share the world with aloha, the message i have read on so many bumpers is my new fantastic motto, the one who is seewing aloha will be harvesting smiles, or something like that. To bad this only works for day, either i´m lacking patience or it is just not in my nature, but when every fourth friendly smile gets reflected by a anxious, dead face, when it feels like „share the road with aloha“ is not a concept that has been made for germany, this is when the relapse into the old patterns of protogerman behaviour, and after a few months is becomes hard to imagine how it felt to be Hang Loose Holgi. To keep in contact with this concept and this feeling it is important to go to kona every once in a while, maybe next time i will be strong enough to fight the relapse. There is no reall alternative to this therapy and this is why this fourth reason is a really important one, when you are trying to put together ten reasons why it sucks not to be in kona in october. Links |
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