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NRW Verbandtstag. Krefeld - Eine weitere Triathlonsaison haben die Athleten hinter sich gebracht. Verbandsfunktionäre jedoch müssen Überstunden machen und der Herbst bedeutet Hochsaison. Verbandstage und Sitzungen jagen einander. So auch beim mitgliederstärksten deutschen Landesverband. Derzeit sind im NRWTV in 200 Vereinen gut 7.000 Athleten organisiert, 3.900 davon mit Startpässen. Diese entsandten am vergangenen Samstag ihre Delegierten zum Verbandstag nach Krefeld. Trotz anhaltend positiver Entwicklung der Mitgliederzahlen, nur der Hamburger Verband wächst schneller, gab es reichlich Diskussionsstoff. Und hierfür hatte Präsident Dieter Hofmann Ende August selbst gesorgt. In einem offenen Brief an die Mitglieder monierte er einige negative Vorfälle, die sich auf Veranstaltungen, insbesondere der Nachwuchs-Serien zugetragen hatten. Die Verhaltensweisen und Umgangsformen der beteiligten Athleten, Eltern sowie auch Veranstalter und Kampfrichter geben Vorstand und Gremien ausreichend Anlass, sich mit dem Triathlonbild in NRW intensiv auseinander zusetzen. Als eine der Ursachen wurden bereits die teilweise mangelhaften Umstände der Veranstaltungen identifiziert und kritisiert. An vorderster Stelle stünden hierbei die oftmals ungenügenden und zu kurzen Radstreckenführungen, die angesichts voller Teilnehmerfelder Engpässe darstellten. Wenn dann noch Probleme bei der Einweisung durch Streckenposten sowie Kampfrichtermangel hinzukamen, entlud sich der Frust der Beteiligten schnell und heftig. Von dieser unbefriedigenden Entwicklung zeugten auch viele Zuschriften von Augenzeugen sowie Gespräche. Gegenmaßnahmen sollen die zuständigen Gremien, wie der Liga- und der Jugendausschuss erarbeiten. Es gelte die Rahmenbedingungen bei vielen Wettkämpfen zu verbessern, was sicherlich nicht einfach sein würde. Unterschiedliche Vorstellungen, Einstellungen und Interessen von Teilnehmern und Veranstaltern erschwerten oft ein gemeinsames Vorgehen, so Hofmann, der bei den anschließenden Vorstandswahlen das Vertrauen für seine vierte und wohl letzte zweijährige Amtsperiode ausgesprochen bekam. Dem 68jährigen Krefelder steht auch weiterhin sein Team um Vizepräsident Dierk Brandewinder, Schatzmeister Hubert Gilgenrainer und Ligawart Norbert Aulenkamp zur Seite. Immer noch gibt es keinen Sponsor für die NRW-Liga. Man hofft dieses Manko in den kommenden Wochen zu beseitigen. Kontakte zu zwei Unternehmen gäben Anlass zur Hoffnung. KommentarDer deutsche Triathlet hat es nicht leicht in seiner Übergangsphase, in der er eigentlich dieses T-Wort zum Wohle anderer Aktivitäten und Interessen vergessen will und auch sollte. Er muss ins Internet schauen und die Seiten der Veranstalter der zweiten Reihe im Auge behalten. Diese öffnen ihre Meldelisten zumeist schon am Saisonende und man will ja im nächsten Jahr an guten Vergleichs- und Vorbereitungswettkämpfen neben seinen längst und notgedrungen gemeldeten Saisonhöhepunkten teilnehmen. Diese Wettkämpfe sind heuer schnell ausgebucht, was vom anhaltenden Boom der Sportart Triathlon zeugt. Andererseits geht das vor allem langjährigen Triathleten gewaltig auf den Zeiger, zumal die Startplätze in jedem Falle ausverkauft sein werden, auch wenn die Einschreibungen erst zu Beginn des neuen Jahres beginnen würden. Aber wer hat nicht gerne für ein paar Monate eine hohe fünf- oder gar sechsstellige Summe unberührt auf dem Konto liegen und arbeiten? Die Kehrseite des Hypes zeigte sich gerade in NRW bei den kleinen Veranstaltungen, die seit Jahren mit dem gleichen mehr oder weniger ambitionierten Einsatz und nur geringen Mitteln auf die Beine gestellt werden. Auch sie sind ausgebucht und es ist in Mode gekommen, die Teilnehmerfelder absichtlich zu überbuchen. Man weiß ja, das je nach Wetterlage zumindest jeder Zehnte seinen Wettkampf am Ende gar nicht antreten wird. Somit wird es voll auf der Strecke und Radrunden in dicht besiedelten Regionen müssen heute zumeist komplett abgesperrt werden, sind deswegen kurz und oftmals unselektiv. Dieses Gemisch kann dann zusammen mit dem sportlichen Ehrgeiz schnell zu einem unappetitlichen Cocktail werden, der die Beteiligten unzufrieden und je nach Situation auch frustriert nach Hause gehen lässt. Eine Konstellation wie sie das Zirkusgeschäft schon lange erdulden muss. Die vielen kleinen Baue mit wenig Attraktionen müssen schon lange in die Provinz ausweichen und haben große Probleme über den spielfreien Winter zu kommen, weil sie in der Stadt keiner will. Man ist gezwungen, Geld mithilfe der eigenen Tiere zu sammeln. Die wenigen großen Manegen dagegen dürfen in der City die Ränge und Kassen auch während der kalten Jahreszeit füllen. Es muss sich gerade in NRW der eine oder andere Beteiligte, ob nun Aktiver, Betreuer oder auch Veranstalter wie Kampfrichter gewaltig am Riemen reißen, um derart abträgliche Eskalationen, wie sie in diesem Jahr auftraten zu vermeiden. Der NRWTV ist gefordert, zusammen mit den Veranstaltern an vorderster Front für die richtigen Rahmenbedingungen zu sorgen und diese wo es aus dem Ruder gelaufen ist, wieder herzustellen. Das wird sicherlich nicht leicht, jedoch war diese Entwicklung zum Negativen zwangsläufig und auch vorhersehbar. Gut 70 Veranstaltungen in NRW gibt es, was zunächst einmal eine stattliche Zahl darstellt. Bei näherem betrachtet fallen jedoch einige Veränderungen zur Zeit der 90Jahre auf, bei der solche Auswüchse absolute Ausnahmen waren. Es gab damals so gut wie keine kommerziellen Veranstalter, die heute das Ziel haben, mit der großen Show für die teuer Startgeld zahlenden Massen schnell die Gewinnzone zu erreichen. Die Kluft zwischen ihnen und den kleinen Triathlonveranstaltungen ist heute schon weit auf. Somit ist die Erwartungshaltung der dort startenden Athleten größer geworden. Weiterhin trägt eine Verwässerung des sportlichen Aspektes durch die vielen verschiedenen Wettkampfformen nicht gerade zur Linderung bei. Fast jeder Veranstalter meint durch eine Unzahl an Angeboten wie der fast kompletten Distanzpalette, Staffel-, Schüler- und Jugendrennen die gesamte potentielle Kundschaft erreichen zu müssen. Das führt dann unabwendbar zur Ablenkung vom Wesentlichen, ist daher kaum moderationsfähig oder zuschauerfreundlich und ist für die Medien praktisch nicht präsentationswürdig. Wenn es denn ein Hauptrennen gibt, dann geht es in diesem Gewirr an Konkurrenzen unter, und der Erkennungswert unserer Sportart ist verloren. Schon vor drei Jahren wurde dem NRWTV vor Augen geführt, dass der Rückgang bei den Kurzdistanzen äußerst kritisch zu sehen ist. An die 30 Rennen gab es davon im Westen vor gut 10 Jahren noch, die alle damals die Hauptrennen waren und höchstens durch eine Jedermann-Konkurrenz ergänzt wurden. Heutzutage sind es nur noch so 15 „Kurze“, welche die NRWler weit verstreut im Land und nach oftmals vielen Autokilometern erreichen. Dabei ist die Kurzdistanz jene, welche die meisten Interessen aller Triathleten abdeckt: Wettkampfvergleich, Training für längere Distanzen, Einstieg für Novizen, Teamwettkampf, Heranführung des Nachwuchses. Hier kann man Triathlonsport im Ganzen schnell, aufgrund kürzerer Regenerationszeiten oft, kostengünstig und ohne hohen Zeitaufwand im Rahmen eines familienkompatiblen Tagesausfluges ausüben. Nur: Erleben kann man ihn heutzutage in NRW kaum noch. Hier gilt es anzusetzen und gemeinsam mit den Veranstaltern vernünftige Konzepte zu erarbeiten. Auch um mehr Druck auf den Dachverband wo er notwendig ist ausüben zu können, sollte der NRWTV etwas leicht Realisierbares machen. Unglücklicherweise findet der eigene Verbandstag immer noch ein paar Wochen nach den jährlichen Verbandsratsitzungen und Verbandstagen der DTU statt. Man kann vor seinen eigenen Mitgliedsvereinen so immer nur als Berichterstatter auftreten, eine zeitnahe Beeinflussung aufgrund aktueller Belange der Vereine findet dadurch kaum statt. Ob es nun um eine verbesserte Darstellung im Triathlon-Magazin, Modulstartpässe oder Trainingsversicherungen geht. Der Verbandstag des größten Landesverbandes gehört terminlich unmittelbar vor die jährliche Abstimmungsversammlung der DTU.. Links |
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