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Wer wird zum Favoritenschreck im Olympischen Triathlon? Können Gomez, Unger, Fernandes und Snowsill dem Druck standhalten? HOT: WVC Triathlon Kassel HOT: Redakteure gesucht HOT: Verlosung, XTERRA Volt |
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Wer wird zum Favoritenschreck im Olympischen Triathlon? Können Gomez, Unger, Fernandes und Snowsill dem Druck standhalten? Beijing (China) – Es sind nur noch wenige Tage bis zur Entscheidung im olympischen Triathlon, die Favoriten sind bekannt, doch ein Sieg der „Gesetzten“ ist vielleicht doch noch völlig offen. Hart aber fair am „26°C Warmbadetag“Die Wettkampfstrecken sind hinlänglich bekannt. Schwimmen in Shisanling-Stausee mit 26 bis 30° Celsius warmen Wasser bedeuten schon nach dem Schwimmen an einem schwül-warmen Tag leichte Überhitzung der Triathleten, bevor sie auf die Radstrecke gehen. Das Vorkühlen des Körpers, mit Eiswasser oder speziellen Eiswesten um den Körperkern 1 ° Celsius nach unten zu drücken dürfte vor dem Start der Elite-Triathleten mehrfach zu sehen sein. Die Radstrecke hat es in sich, wenngleich sie in den mehrfach zu durchfahrenden Anstiegen nicht so brutal wie die Strecke von Athen 2004 ist. Allerdings ist dann die Laufstrecke mit dem ansteigenden Durchbruch durch die Staumauer ein härteres Kaliber: Hier können entscheidende Angriffe und geplatzte Olympia-Träume erwartet werden. Gilt das Gesetz Olympias auf den Außenseitersieg und Sturz der Favoriten?Abgesehen vom Über-Olympioniken Michael Phelps galt bisher bei Olympia immer eine Gesetzmäßigkeit, im Triathlon mehr als in jeder anderen Sportart: Die haushohen Favoriten für Olympia sind nicht die späteren Sieger. Deutschlands Turnhoffnung Fabian Hambüchen hat es am Reck gleich zweifach eindrucksvoll gezeigt und mit Kapselverletzung am kleinen Finger der linken Hand an seinem Paradegerät sowohl im Mannschaftswettkampf und der Mehrkampfwertung versagt. Der Triathlet der 90er Jahre, der Brite „Sir“ Simon Lessing brachte in Sydney keinen Fuß in die Tür, ebenso nicht der Australier Peter Robertson. Landsfrau Michellie Jones bekam kein Gold, der Spanier Ivan Rana und die Australierin Loretta Harrop versagten, … - die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und brachte manchen Überraschungssieger hervor: Brigitte McMahon (SUI, 2000), Simon Whitfield (CAN, 2000), Kate Allen (AUT, 2004) und Hamisch Carter (NZL, 2004). Ferndes und Snowsill überstrahlen DamenfeldWas haben die ausgewiesenen vier Top-Favoriten für Beijing 2008 Javier Gomez, Daniel Unger, Vanessa Fernandes und Emmas Snowsill in Beijing mental und körperlich auf dem Kasten? Zwei überragende Läuferinnen führen die Listen aller Journalisten und Insider für den Sieg an. Die Portugiesin Vanessa Fernandes zeigte lediglich in den letzten drei Rennen Nerven mit verpatzten Auftritten. Ansonsten gilt die Portugiesin als mit Abstand beste Läuferin ohne weitere Schwäche in den anderen Disziplinen. Nur bei schlechtem und kühlem Wetter gab Ferndes in besagten drei Rennen eine Blöße. Der Laufleistung der Portugiesin kaum nach steht die Australierin Emma Snowsill, die mit allem dekoriert wurde, was man so bekommen kann – der Olympia-Titel fehlt noch. Snowsill scheint rechtzeitig zum Showdown der beiden Diven, die es vermieden 2008 gemeinsam am Start zu stehen, ihre Asthma-Probleme im Griff zu haben. Ihre Auftritte überzeugten vollends. Fraglich bleibt nur, ob die Luft der weit vor Peking liegenden Wettkampfstrecke eine negative Auswirkung auf die Atemleistung der Australierin haben wird. Greift also „Murphy’s Olympiagesetz“ tatsächlich und beide Favoritinnen straucheln, könnte die Stunde der Anglophilen nahen: Laura Bennet (USA) und die Australierinnen Debbie Tanner und Erin Densham führen die Liste des erweiterten Favoritinnenkreises an. Aus Europa gelten die Schwedin Lisa Norden, die Deutschen Anja Dittmer und Ricarda Lisk als mögliche Top 5 Kandidatinnen. Alles oder nichts nach 5 Minuten für AllenFür Titelverteidigerin Kate Allen aus Österreich geht es schon nach den ersten 5 Minuten um den Sieg. Spät qualifiziert und sehr schwer in der Vorbereitung gestürzt hat sie nach eigener Aussage noch nicht das Niveau im Schwimmen erreicht, wie jenes vor dem Sturz. Trotzdem sieht sich Allen als Kandidatin für Bronze. Zum erweiterten Kreis der Anwärterinnen auf Top 3 zu zählen sind auch die amtierende Weltmeisterin Helen Tucker (GBR) Nicola Spirig (SUI), Sarah Haskins (USA) und Julie Ertel (USA). Doch wie wird das Wetter?Neben den allfälligen Fragen rund um Favoritenstürze, Menschrechte, Pressefreiheit, Doping, Ökologie und Ökonomie lassen die Spiele im August schon jetzt zwei große Fragen erkennen: Wie wird das Wetter am 18. August und 19. August um 10:00 Uhr Ortszeit, wenn jeweils 55 Elite-Triathletinnen und Athleten außerhalb von Peking am Ming Tomb Reservoir ins Wasser springen? Die Wetterfrage ist also noch unklar. Von feucht-schwüler Waschküche mit monsunartigen Regenfällen und entsprechender Sturzgefahr bis zu tropischen Temperaturen mit gnadenloser Sonne bei Luffeuchttigkeiten, die jeder Sauna gerecht werden würden ist viel möglich. Die Top 3 des olympischen Triathlons sind auch noch offen, um zur 2. Fragestellung zu kommen. Ist Javier Gomez „cool“ genug?Der Spanier Javier Gomez ist als kompletter Athlet der klare Favorit, internationale Wettquoten bringen dies auch deutlich zum Ausdruck. Der Spanier dominierte die letzten Rennen quasi nach Belieben und musste lediglich Daniel Unger bei der WM in Hamburg im Endspurt den Vortritt lassen. In einer Phase – wo Gomez den Spagat zwischen schneller und flacher WM-Strecke und dem Test wenige Tage später auf der Olympia-Strecke mit seinem kraftintensiven Profil meistern musste. Hinter ihm liefen damals beim Test-Event Courtney Atkinson (AUS), Bevan Docherty (NZL), Kris Gemmell (NZL), Simon Whitfield (CAN), Ivan Rana (ESP), William Clarke (GBR), Brad Kahlefeldt (AUS), Frederic Belaubre (FRA) und Jan Frodeno (GER) in die Top 10. Alle Triathleten sind für die Auflage 2008 gemeldet und zählen zum Kreis der „Hot 15“. Gomez ist also der Mann, den es zu schlagen gilt - the „red hot man to beat“. Wenn er „cool“ genug geblieben ist und im Training nicht überzockt hat, könnten wir auch am Dienstag eine seiner unnachahmlichen Temposteigerungen ab der letzten Hälfte der 10 Kilometer langen Laufstrecke sehen. Damit bliebe den 54 verbleibenden Athleten der Kampf um Silber und Bronze und die Top 10. Nicht nur im Sprint schlagbar?Im Sprint ist Gomez zu schlagen. Das ist auch dem Deutschen Daniel Unger bekannt, der Gomez bei der WM in Hamburg 2007 vor hunderttausenden Zuschauern niedersprinten konnte. Sicherlich eine taktische Variante, auf die „Mann“ nicht unbedingt bauen sollte. Unger benötigt also neben dem Primat als derzeit vielleicht schnellster Sprinter auf der Ziellinie mindestens zwei weitere taktische Varianten: Größere Tempohärte im Laufen, um mit Gomez laufen zu können und ihn möglicherweise sogar in seiner Paradedisziplin selbst weit vor dem Ziel zu distanzieren ist eine Möglichkeit. Die Flucht auf dem Rad, um einen kleinen Vorsprung von mindestens 30 bis 40 Sekunden in die T2 mitzubringen ist Option Nummer 3. Option 3 ist sicherlich auch die Taktikvariante der Wahl des zweiten ganz heißen Medaillenkandidaten Jan Frodeno aus Deutschland. Insbesondere scheint er das Rüstzeug für die Flucht auf dem Rad beisammen zu haben. International bunte MischungInternational gibt es eine Reihe weiterer Mit-Favoriten auf dem Sieg, eine Gruppe von 10 bis 15 Triathleten, die in richtiger Tagesform die Nase das wichtige Stück weiter vorne haben könnten. Die Australier Courtney Atkinson und auch Brad Kahlefeldt kommen ausgezeichnet bei diesen klimatischen Bedingungen zurecht. Atkinson fehlt aber die nötige Geschwindigkeit beim Laufen, während Kahlefeldt nicht unbedingt als starker Läufer auf anspruchsvollen Laufrunden mit vielen Höhenmetern gilt. Wenig weiter, auf der Nachbarinselgruppe Neuseeland stehen mit Bevan Docherty und Kris Gemmel weitere Favoriten am Start. Docherty hat in Athen gezeigt, wie man einem Olympia-Feld ein Schnippchen schlagen kann und als Ausreißer auf dem Rad bis in die Top 3 vorstößt. Der kraftvolle Biker benötigt allerdings zum Aufgehen seiner Strategie einen kleinen Vorsprung und Mitstreiter – er kann nicht ganz mit den schnellsten Läufern mithalten. Zu ihnen zählt Kris Gemmel, ein Mann der bis zum Schluss fast jedes Tempo mitgehen kann, auch wenn er in der Vorbereitung mit einer Fußverletzung zu kämpfen hatte. Bis zum Ende ging im Jahr 2000 im australischen Sydney der Kanadier Simon Whitfield jedes Tempo mit, bevor er bei der Olympia-Premiere der Sportart den Deutschen Stephan Vuckovic niedersprintete. Doch Whitfield wird nachgesagt, dass sein Zenit bereits 2-3 Jahre vorüber sei. An einem Top-Tag zählt der ehemalige Weltmeister von Lausanne, der Brite Tim Don zu einer Bank im Laufen. Im Frühjahr lief er auch wegen Anti-Dping-Querelen seiner Form noch etwas hinterher und ist eher ins hintere Ende der Favoritengruppe einzureihen. Eine stark ansteigende Leistungskurve zeigte zuletzt der Däne Rasmus Henning und der Franzose Frederic Belaubre ist zumindest stets bei den Europameisterschaften in exzellenter Form und könnte für eine echte Überraschung in Beijing sorgen. Nicht zu vergessen ist auch der Spanier Ivan Rana, der sich kurz vor Peking mit einem kleinen Comeback zurückgemeldet hatte, nachdem er ähnlich dominant wie sein Landsmann Gomez eine Zeit den Triathlon gestaltete. Tag der Newcomer?Die drei Nachwuchsathleten William Clarke (GBR), Jarrod Shoemaker (USA) und Alistair Brownlee (GBR) aus dem englischen Sprachraum gelten eher als Kandidaten für Olympia 2012. Ähnlich verhält es sich mit dem Außenseiter Alexander Brukhankov aus Russland. Ponton-Auslosung kann Vorentscheidung bedeutenNachdem die Auslosung der Startnummern bereits vor geraumer Zeit erfolgte, steht noch in den nächsten Tagen die Vergabe der Plätze auf dem Schwimm-Ponton an, ein wichtiges taktisches Element, wenngleich die Leistungsdichte der ersten Disziplin immer ausreichend schnelle Füße verfügbar machen sollte. Allerdings sorgt das begrenzte Kontingent von je 55 Startplätzen durch die Länderquoten dafür, dass mancher Weltcup eine breitere Spitze aufweisen konnte, als die Spiele von Olympia es zu zeigen in der Lage sind. Die Spitze ist stark und wird schnell wie selten zuvor sein. Das Feld dünnt dann ab Platz 20 zusehends aus und bricht auf Bundesliga-Niveau zusammen. Die unmittelbare taktische Folge könnte sein, dass ein ungünstiger Ponton-Platz inmitten der schwachen Schwimmer für das wichtige Fehlen der guten Schwimmerfüße sorgen kann. Die mögliche Vorentscheidung, um die wichtige erste Radgruppe erreichen zu können? Die starken Schwimmer wird es freuen, sie haben die deutlich bessere Chance für den Alleingang auf den ersten 500 Metern zu sorgen und die Verfolger auf Abstand zu halten. Damit wird für einen höheren Energieverbrauch und eine größere Erwärmung des Körpers schwächerer Schwimmer gesorgt, da diese im Rennverlauf Mehrarbeit in einer der drei Disziplinen leisten müssen, um zur Spitze aufzuschließen. Mit Blick auf eine wahrscheinliche Hitzeschlacht auf dem Rad und beim Lauf eine wichtige Option und mehrere kleinere Radgruppen unterschiedlich starker Läufer begünstigender Faktor. Links |
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