
Kommentar Badische Zeitung: 'Erklär's mir: Was machen Sportler bei einem Triathlon?'
Freiburg (GER) - Ein Kommentar in der Badischen Zeitung für die altersgerechte Zielgruppe potentieller Nachwuchstriathletinnen und Triathleten verkündet unter "Erklär's mir: Was machen Sportler bei einem Triathlon?" mit immerhin 236 Wörtern, was Triathlon so sei. Statt im Detail auf die Einzeldisziplinen, die vierte Disziplin oder die Geschichte einzugehen wird es schon nach etwas mehr der Hälfte des kurzen Textes von 236 Wörtern erschreckend eindimensional. Vielleicht schwingt zu sehr der Doping-Skandal der Uni Freiburg in der Sichtweise des Autors mit.
Geradezu abenteuerlich erscheint der letzte Absatz, der Triathlon geradezu zu einer dopingversuchten Sportart erklärt:
"Eine ganz andere Frage ist allerdings, ob die Spitzenreiter in diesem Mix aus gleich drei Ausdauersportarten in jedem Fall auch Vorbilder sein können. Triathlon lädt zum Dopen geradezu ein, denn es geht in ihm darum, möglichst lange und kontinuierlich eine hohe Leistung zu erzielen. Doping, also der Betrug mit Medikamenten und im Sport verbotenen Methoden, ist zumindest unter den Profis verbreitet. Die Kontrollen sind eher dürftig, fast keiner wird erwischt. Die Triathlonverbände, auch der in Deutschland, kämpfen nur halbherzig gegen den Betrug. Es ist schließlich schlecht fürs Geschäft, wenn ein Sportler auffliegt. Natürlich behaupten alle Triathlonprofis, sie seien sauber und würden niemals manipulieren. Aber das behaupten die Radrennfahrer auch immer."
An dieser Stelle frage ich mich einmal mehr, was etwa die Lobby-Arbeit der DTU (Deutschen Triathlon Union) seit dem 12. Oktober 2009 getan hat und was sie in den Jahren zuvor durch positive Medienarbeit und Aufklärung erreichen konnte. Hier sind auch nach außen glaubwürdige Positionen notwendig. Klar, von höchster DTU-Stelle muss zum Ausdruck gebracht werden, dass der Fachverband in Deutschland das Regelwerk im Antidoping strikt einhält und Doping als unethisch betrachtet. Wenn dem nicht so wäre, könnte man der Badischen Zeitung keinen großen Vorwurf machen und der Verband wäre bis auf die Unterhosen blamiert.
Nebenbei sei auch angemerkt, dass z.B. der Ironman Triathlon brandaktuell als einzige private Rennserie ein direktes Abkommen mit der WADA (World Antidoping Agency) abgeschlossen hat. Den jungen Leserinnen und Lesern von "Erklär's mir" kann es egal sein. Ihre Vorurteile dieser potentiell das Leben begleitenden Sportart wurden zwischenzeitlich ausgesät - Schade eigentlich.
(Kai Baumgartner)
Originalmeldung Badische Zeitung vom 12. Oktober 2009:
Sie sind die Härtesten der Harten: die Eisenmänner, die "Ironmen", und die Eisenfrauen. Das müssen sie auch sein, um einen der anstrengendsten Sportwettkämpfe überhaupt zu bewältigen – den "Ironman"-Triathlon auf der Insel Hawaii. Jetzt war es wieder so weit: Die Sportler mussten 3,8 Kilometer durch das Meer kraulen, 180 Kilometer in die Pedale ihrer Räder treten und danach auch noch 42,195 Kilometer rennen – und das alles hintereinander weg, ohne Pause. Allein das klingt schon fies, aber der "Ironman"-Wettbewerb auf Hawaii hält noch besondere Gemeinheiten parat – hungrige Haie, die neben den Sportlern herschwimmen, den "Mumuku"-Wind, der gegen die Räder anpustet, und dazu noch eine Hitze von über 35 Grad. Weil der "Ironman"-Triathlon auf Hawaii besonders hart ist, sind die Sieger dieses Wettbewerbs gleichzeitig auch die Weltmeister der Triathleten. Eine ganz andere Frage ist allerdings, ob die Spitzenreiter in diesem Mix aus gleich drei Ausdauersportarten in jedem Fall auch Vorbilder sein können. Triathlon lädt zum Dopen geradezu ein, denn es geht in ihm darum, möglichst lange und kontinuierlich eine hohe Leistung zu erzielen. Doping, also der Betrug mit Medikamenten und im Sport verbotenen Methoden, ist zumindest unter den Profis verbreitet. Die Kontrollen sind eher dürftig, fast keiner wird erwischt. Die Triathlonverbände, auch der in Deutschland, kämpfen nur halbherzig gegen den Betrug. Es ist schließlich schlecht fürs Geschäft, wenn ein Sportler auffliegt. Natürlich behaupten alle Triathlonprofis, sie seien sauber und würden niemals manipulieren. Aber das behaupten die Radrennfahrer auch immer.
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