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Hawaii Special 2002 -
Peter Reid (CAN) ::
Der kanadische Ironmanchampion Peter Reid hat seit dem Frühjahr 2001
kein Glück gehabt. Ein Fehlgriff beim Trainerwechsel und ein dadurch
bedingter Ausstieg beim damaligen Ironman Europe in Roth und ein Ausstieg
in Hawaii markierten die Tiefpunkte der vergangenen Saison. Auch 2001
ging es mit Rennabsagen und schlechten Ergebnissen weiter, und irgendwann
verschwand der Kanadier, der in Interviews auch gerne mal von seiner Liebe
zu englischen Musclebikes der Marke Triumph spricht, mit langwierigen
Verletzungen von der Bildfläche, während seine Frau Lori in
Kanada mit galaktischer Laufperformance den Sieg abräumt und als
13te neben der kompletten weiblichen Konkurrenz auch noch jede Menge männliche
“Möchtegern-Pros“ plattmacht. Wie gut das alles für
Peters Psyche ist, und ob Motoradfetischismus ein Indiz für eine
sich anbahnende Mid-Life-Crisis ist, ist schwer zu sagen, allerdings dürfte
klar sein, daß Peter Reid, mit seinen konstant guten Leistungen
über viele Rennen in Kona immer zum erweiterten Kreis der Podiumsaspiranten
zählen muß, wenn er denn an den Start geht.
Das Interview:
3athlon: Würdest du sagen, dass deine Probleme in
der letzten und dieser Saison mit der Entscheidung zusammenhängen
Anfang 2001 deinen Trainer zu wechseln, oder hattest du einfach Pech?
Peter Reid: Zum Teil entstanden die Probleme durch das
Übertraining was ich 2001 durchgezogen habe. Mein Körper begann
zu streiken und in Kona, an der Startlinie ging es dann auch mental bergab.
In diesem Moment habe ich es noch nicht komplett realisiert, aber ich
hatte einfach keinen Bock mehr auf Wettkämpfe. Das ist mir dann beim
Ironman Australien ganz klar geworden. Ich hatte einfach keine Lust mehr,
es gab nichts mehr was mich drängte Rennen zu machen. Ich musste
dann wegen gesundheitlicher Probleme eine Pause machen, eine Pause die
zu 7,5 Wochen völliger Trainingspause wurde. Alles was ich machte
war im Haus herumzuwerken und Motorrad zu fahren. Ich nahm ganze 25 Pfund
zu und ernährte mich von sehr viel Süßigkeiten. Ich musste
einfach mal was anderes machen, als das, was ich die letzten 12 Jahre
fortwährend getan hatte.
Eines Tages schaute ich dann mal wieder in den Spiegel und sah einen ziemlich
fetten Typen. Ich hasste es fett zu sein und so begann ich wieder zu trainieren,
um Gewicht abzubauen. Mit der Zeit hatte ich dann auch wieder Lust auf
Wettkämpfe und so fuhr ich nach Klagenfurt um mir das Rennen anzuschauen.
Ich habe dort viel mit Mark Allen trainiert und habe mit ihm gesprochen.
Das hat mir die Augen geöffnet und ich wußte danach, was ich
tun musste um wieder ins Wettkampfleben einzusteigen. Mark hatte im Laufe
seiner Karriere ähnliche Probleme gehabt, und es war beruhigend zu
erfahren, daß der große Ironman-Meister auch mit solchen Dingen
konfrontiert worden war. Nach meiner Rückkehr aus Klagenfurt war
ich total übermotiviert und hatte nur noch ein Ziel, daß hat
die Beziehung zu meiner Frau wirklich belastet. Zum Glück gelang
mir es dann einen Schnitt zu machen, ich trennte mich von meinem Trainer.
Ich begann zu trainieren um mich zu entspannen, anstatt mich vom Training
stressen zu lassen. Das war der letzte Teil des Puzzles bei dessen Lösung
mir Mark Allen geholfen hatte. Jetzt trainiere ich ohne viel Druck im
Rücken, und ich fühle mich großartig dabei.
3athlon: Nach so vielen Problemen und Verletzungen wäre
es ganz normal darüber nachzudenken die Prokarriere an den Nagel
zu hängen. Wie oft hast du in den letzten 12 Monaten darüber
nachgedacht?
Peter Reid: Ich habe zweimal daran gedacht. Einmal nach
Kona und sehr ernsthaft nach dem Rennen in Australien. Nach der Pause
und nachdem ich mir darüber klar geworden war, was ich im Sport noch
erreichen kann, werde ich noch viele Rennen bestreiten.
3athlon: Wenn du am 19ten October in Kona an den Start
gehen wirst, zählst du sicher nicht unter den Topfavoriten, denkst
Du , dass das ein Vorteil ist?
Peter Reid: Es ist ein großer Vorteil! Ich werde
am Renntag gar nicht unter Druck stehen. Ha!Ha!
Links:
Website
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Der Ex-Hawaii-Champion ist eine große Unbekannte im Rennen der
Männer. Ein kleines Comeback nach einer längeren Durststrecke
ist dem symphatischen Kanadier zu gönnen. Sonst muss er wieder den
Abwasch im Hause Bowden-Reid machen...
Foto: TFrahmS

Wann wird Peter Reid wieder als erster über die Ziellinie laufen?
Foto: Ironman Canada
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