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Hawaii Special 2002 - O-Töne ::
ELITE-PRESSEKONFERENZ: DIE STIMMEN AUS KONA
Säbelrasseln oder Versteckspiel - die Mitfavoriten für
den Ironman 2002 am Samstag entschieden sich bei der Pressekonferenz zwei
Tage vor dem Start für die zweite Variante. Niemand ließ sich
von den Fragen der Journalisten aus der Reserve locken, doch machte auch
niemand einen Hehl daraus, dass die größten Favoriten für
den Showdown in den Lavafeldern jene Athleten sind, die der Pressekonferenz
fernblieben: Sowohl Vorjahressiegerin Natascha Badmann als auch der Sieger
des Ironman Australia Chris McCormack zelebrierten das Versteckspiel in
Perfektion - und erschienen erst gar nicht zur Pressekonferenz.
Die Stimmen aus Kona:
Thomas
Hellriegel, Sieger 1997, 3. Platz 2001
"Meine Strategie ist die gleiche wie im letzten Jahr. Ich wollte
nicht mit den besten Radfahrern mitgehen und mich für das Laufen
schonen. Die Zeiten, in denen man allen weit davonfahren und das Rennen
von vorne gewinnen konnte, sind vorbei. Ich habe genug Erfahrungen hier
gesammelt. Im letzten Jahr waren alle richtig fertig nach dem Radfahren.
Der Streckenrekord fällt oder fällt nicht – jeder will
hier eigentlich nur gewinnen. In zehn Jahren gibt es nur einmal solche
guten Bedingungen wie 1996, als Luc van Lierde den Streckenrekord aufstellte."
Normann
Stadler, 3. Platz 2000 und 4. Platz 2001:
"Ich bin sehr fit. Für meine Renntaktik bedeutet es nichts,
dass Steve Larsen nicht da ist. Er ist inzwischen nicht mehr der superstarke
Radfahrer, sondern ein kompletter Triathlet. Chris McCormack kann man
schwer einschätzen. Das Rennen am Samstag wird sein erster Start
und mein vierter hier sein. Wir werden sehen, was der Tag bringt."
Jürgen
Zäck, 2. Platz Ironman Germany 2002:
"Es gibt Massen von Europäern, die dieses Rennen gewinnen können,
aber ich möchte keine Namen verraten. Ich wünsche Tim DeBoom,
dass er die Nächte vor dem Rennen noch gut schläft. Thomas Hellriegel
hält hier den Radrekord, ich halte ihn in Deutschland – vielleicht
will er ja tauschen?"
Tim DeBoom,
Vorjahressieger:
"Es gibt hier sicher 10 bis 15 Favoriten, die Strategie hängt
ganz von den Tagesbedingungen ab. Als Sieger zurückzukehren ist ein
ganz besonderes Gefühl. Ich habe genug Erfahrung auf dieser Strecke
und brauchte daher nicht so viele Rennen zur Vorbereitung in diesem Jahr.
Chris McCormack könnte das Rennen bestimmen, aber auch ich habe meine
Hausaufgaben gemacht. Das hohe Preisgeld von 100.000 Dollar wird meine
Rennstrategie aber nicht ändern."
Cameron
Brown, 2. Platz 2001
"Jeder muss am Samstag sein eigenes Rennen machen. Es ist gut für
uns, dass Steve Larsen nicht dabei ist, dann wird das Rennen berechenbarer."
Christoph
Mauch, 10. Platz 2001, Sieger Ironman Switzerland 2002:
"Ich hatte im letzten Jahr einen schlechten Radpart und bin immer
noch Zehnter geworden. Das gibt mir das Vertrauen, dass ich auch an einem
schlechten Tag noch unter die Top Ten kommen kann."
Marc
Herremans, 6. Platz 2001, stürzte im Februar im Training auf
Lanzarote schwer und sitzt seitdem querschnittsgelähmt im Rollstuhl,
wird am Samstag in der Physically-Challenged-Kategorie am Rennen teilnehmen:
"Es bedeutet mir eine Menge, hier wieder am Start zu sein. Ich sollte
nach meinem schrecklichen Unfall eigentlich neun Monate im Krankenhaus
bleiben, aber nun bin ich nach acht Monaten wieder hier, mit vier Monaten
Training im Gepäck. Vielleicht werde ich finishen, aber erst einmal
bin ich sehr froh, überhaupt hier sein zu können."
Nina Kraft
(Deutschland), 3. Platz 2001, Siegerin Quelle Challenge Roth 2002:
"Ich fühle mich gut, aber die Vorjahressiegerin Natascha Badmann
ist schon wieder die große Favoritin. Auch Karin Thürig wird
ganz vorne mit dabei sein. Für die Plätze drei bis fünf
kommen eine ganze Reihe Frauen in Frage. Wir werden erst am Samstag sehen,
was passiert. Ich kann auch noch nicht sagen, wie schnell das Rennen sein
wird."
Katja
Schumacher, Siegerin Ironman Germany 2002:
"Ich hoffe einfach auf ein gutes Rennen, Regen und kühles Wetter.
Etwas Wind ist okay für mich. Ich habe vielleicht noch etwas zu viel
Respekt vor diesem Wettkampf und der Hitze, aber ich arbeite Jahr für
Jahr daran. Karin Thürig kann an uns allen vorbeifliegen, wenn das
Schwimmen nicht zu wellig wird."
Paula
Newby-Fraser (USA), achtfache Hawaii-Siegerin:
"Ich habe mich von der 'Trainingmania' in San Diego anstecken lassen.
Das Rennen hier ist irgendwie ein Jubiläumsrennen, da viele Athleten,
mit denen ich Ende der 80er-Jahre hier gekämpft habe, wieder am Start
sind. Ich habe heutzutage aber weder die Zeit noch die Motivation, um
hier zu gewinnen. Ich will meinen Mann schlagen und habe dabei eine Menge
Geld auf mich selbst gewettet. Natascha Badmann wird ihre Taktik nicht
verraten, eher wird sie uns umbringen. Ich weiß jedenfalls nicht,
wo ihr Geheimnis liegt. Aber sie ist in diesem Jahr erst ganz kurzfristig
direkt aus dem Schnee in der Schweiz angereist und wird große Probleme
mit der Hitze haben."
Karen Smyers, Siegerin 1995:
"Jeder spricht davon, dass Natascha Badmann auf dem Rad noch stärker
geworden ist." (DTU-Pressestelle)
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